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PU vs. Nitril vs. Latex – welche Beschichtung passt zu Ihrer Arbeit?

Wer Arbeitshandschuhe kauft, steht früher oder später vor derselben Frage: PU, Nitril oder Latex? Drei Beschichtungen, drei sehr unterschiedliche Eigenschaften – und drei verschiedene Anwendungsbereiche. Wer hier falsch wählt, zahlt doppelt: einmal für die Handschuhe und ein zweites Mal in Form von Frust, Materialverschleiß oder Verletzungen.

Dieser Artikel räumt mit den häufigsten Missverständnissen auf. Er zeigt Ihnen, wann welche Beschichtung wirklich Sinn ergibt, welche Modelle wir aus der täglichen Praxis empfehlen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten – jenseits der reinen EN 388 Norm.

 

Schnellvergleich auf einen Blick

 

EigenschaftPU (Polyurethan)NitrilLatex
Grip trockensehr gutsehr gutexzellent
Grip nass/öligmäßighochgut
Abriebfestigkeitmittelhochmittel
Tastempfindlichkeitsehr hochgutmittel
Chemikalienbeständigkeitgeringhochmittel
Allergiepotenzialsehr geringsehr geringhoch
Preis-Leistungsehr gutgutsehr gut
Typische AnwendungMontage, Elektronik, LagerWerkstatt, Öl, ChemieBau, Karton, Grip

 

Stöbern Sie direkt in unseren Kategorien: PU Handschuhe · Nitril Arbeitshandschuhe · Latex Arbeitshandschuhe

 

PU-Beschichtung (Polyurethan) – der Allrounder für präzise Arbeiten

Polyurethan ist heute die meistverkaufte Beschichtung im Bereich der leichten Schutzhandschuhe. Der Grund: PU bildet einen extrem dünnen, gleichmäßigen Film auf dem Trägermaterial (meist Nylon oder Polyester), der die Tastempfindlichkeit kaum einschränkt und gleichzeitig zuverlässigen Grip auf trockenen Oberflächen bietet.

 

Vorteile von PU-Handschuhen

  • Sehr hohe Tastempfindlichkeit – ideal für Arbeiten, bei denen kleine Teile gegriffen, sortiert oder montiert werden müssen
  • Atmungsaktiv – PU ist deutlich luftdurchlässiger als Nitril oder Latex
  • Geringes Gewicht – kaum spürbar an der Hand, auch bei stundenlangem Tragen
  • Sauber und unauffällig – hinterlässt keine Rückstände, geeignet auch für hellere Werkstücke
  • Sehr günstig pro Paar – PU-Modelle sind die Einstiegsklasse mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Nachteile

  • Schlechter Grip bei Öl, Fett oder Wasser – PU verliert seine Griffigkeit, sobald die Hand oder das Werkstück feucht wird
  • Mittlere Abriebfestigkeit – die Bandbreite konkreter Modelle reicht von 2121X bis 4131X. Beim Kauf lohnt sich der Blick auf die EN 388 Werte des jeweiligen Modells.
  • Keine Chemikalienbeständigkeit – PU ist kein Schutz gegen Lösungsmittel, Öle oder aggressive Reiniger

 

Wann ist PU sinnvoll?

PU-Handschuhe sind die richtige Wahl für trockene Umgebungen mit Fokus auf Feinmotorik:

  • Montage und Handhabung kleiner Elektronikbauteile
  • Verpackung, Lager und Logistik
  • Kommissionierung
  • Leichte Montagearbeiten
  • Qualitätskontrolle
  • Werkstattarbeit ohne Öl-Kontakt

Empfohlenes Modell: X-Touch Black

X-Touch Black ist unser meistverkaufter PU-Handschuh – mit gutem Grund. Schwarzes Nylon-Trägermaterial, schwarze PU-Beschichtung an der Innenhand, EN 388 zertifiziert. Ab 0,42 € brutto pro Paar bei Karton-Mengen. Wer einmal mit X-Touch Black gearbeitet hat, bleibt meist dabei.

 

Nitril-Beschichtung – wenn es nass, ölig oder chemisch wird

Nitril (Nitrilbutadien-Kautschuk, NBR) ist ein synthetisches Material, das ursprünglich für die chemische Industrie entwickelt wurde. Im Bereich der Arbeitshandschuhe wird Nitril als Beschichtung auf Nylon- oder Polyester-Trägern aufgebracht – entweder glatt, geschäumt (Foam-Nitril) oder strukturiert (Sandy-Nitril).

 

Vorteile von Nitril-Handschuhen

  • Exzellenter Grip bei Öl, Fett und Schmiermitteln – Nitril behält seine Griffigkeit auch auf rutschigen Oberflächen
  • Höhere Abriebfestigkeit als PU und Latex – langlebiger im täglichen Einsatz
  • Chemikalienbeständigkeit – Nitril widersteht vielen Mineralölen, Fetten und Lösungsmitteln (Vorsicht: keine vollständige Beständigkeit gegen alle Chemikalien – Datenblatt für die jeweilige Substanz prüfen)
  • Allergikerfreundlich – kein Naturlatex, kaum Allergiepotenzial
  • Solide mechanische Belastbarkeit – abhängig vom passenden Trägermaterial

 

Nachteile

  • Geringere Atmungsaktivität als PU – kann bei langer Tragedauer zum Schwitzen führen
  • Etwas eingeschränkte Tastempfindlichkeit – durch die dickere Beschichtung weniger geeignet als PU für allerfeinste Montagearbeit
  • Komfort hängt vom Trägermaterial ab – Nitril deckt als Beschichtung die Außenseite ab. Wie sich der Handschuh trägt, entscheidet das Material innen (Nylon, Polyester, Baumwolle), nicht die Beschichtung

 

Foam-Nitril vs. Sandy-Nitril – der Unterschied

Foam-Nitril (geschäumtes Nitril) hat eine poröse Oberflächenstruktur – trotz des Namens kein Schwamm-Effekt. Die Poren vergrößern die Kontaktfläche und lassen Öl oder Wasser an der Greifstelle abfließen, sodass der Handschuh nicht rutscht. Ideal für Werkstatt-Allrounder und Mechaniker.

Sandy-Nitril (gesandetes Nitril) hat eine raue, körnige Außenstruktur und bietet maximalen Grip bei nassen, öligen oder glatten Werkstücken. Sandy-Nitril punktet dort, wo Foam-Nitril an seine Grenzen kommt.

Wichtig: Die Sandy-Struktur befindet sich ausschließlich auf der äußeren Beschichtung. Wie sich der Handschuh innen anfühlt, hängt vom Trägermaterial ab, nicht von der Außenstruktur.

 

Wann ist Nitril sinnvoll?

  • KFZ-Werkstatt und Mechanik
  • Arbeit mit Ölen, Fetten, Schmierstoffen
  • Metallverarbeitung
  • Wartung und Instandhaltung
  • Bauwesen (Foam-Nitril)
  • Chemie-Handling (mit Datenblatt-Prüfung)
  • Vielseitige Anwendung – wenn Sie "einen guten Handschuh für viele Aufgaben" suchen

Empfohlenes Modell: X-Flex

X-Flex ist unsere Empfehlung im Bereich Nitril. Glatte Nitril-Beschichtung (kein Foam) auf einem dünnen, elastischen Trägermaterial – dadurch bleibt die Tastempfindlichkeit erhalten, während die Vorteile von Nitril (Grip, Beständigkeit, Allergikerfreundlichkeit) voll zum Tragen kommen. Vielseitige Handschuhe für die meisten Aufgaben in Werkstatt, Lager und allgemeiner Praxis – ein Handschuh, der dort funktioniert, wo andere zwei verschiedene Modelle benötigen. EN 388 zertifiziert, in Karton-Mengen preiswert.

 

 

Latex-Beschichtung – wenn der Grip entscheidet

Naturlatex ist die älteste der drei Beschichtungen – und wird aus einem klaren Grund weiterhin verwendet: Keine andere Beschichtung bietet diesen Grip auf trockenen und leicht feuchten Oberflächen. Das ist der eigentliche Vorteil von Latex – nicht die Langlebigkeit, nicht der Chemikalienschutz, sondern maximale Griffigkeit.

Bei Karton-Handling, Bauarbeiten oder Holzverarbeitung gewinnt Latex dort, wo PU rutschen kann. Sie akzeptieren im Gegenzug, dass der Handschuh schneller verschleißt – dafür bekommen Sie die Sicherheit, dass Ihnen der Karton nicht aus der Hand fällt.

 

Vorteile von Latex-Handschuhen

  • Der beste Grip der drei Beschichtungen auf trockenen und leicht feuchten Oberflächen
  • Hohe Elastizität – schmiegt sich an die Hand an und ermöglicht freie Bewegungen
  • Gute Stoßdämpfung – absorbiert Vibrationen und mechanische Stöße
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – bei intensivem Einsatz schnellerer Wechsel, dafür niedriger Stückpreis

 

Nachteile

  • Mittlere Abriebfestigkeit – latexbeschichtete Modelle (besonders Crinkle-Latex) haben typischerweise EN 388 Werte wie 1121, 2121 oder 3131X. Sie sollten mit häufigerem Wechsel rechnen.
  • Allergiepotenzial – Naturlatex kann allergische Reaktionen auslösen, von leichten Hautirritationen bis hin zu schweren Symptomen. Bei bekannter Latex-Allergie: Nitril oder PU wählen.
  • Eingeschränkte Chemikalienbeständigkeit – Latex widersteht keinen Lösungsmitteln, Ölen oder aggressiven Chemikalien
  • Begrenzte Tastempfindlichkeit – durch die dickere Beschichtung weniger geeignet für feine Montagearbeit
  • Wärmestau – kann bei längerem Tragen warm werden

 

Wann ist Latex sinnvoll?

Überall dort, wo Grip wichtiger ist als Langlebigkeit:

  • Karton-Handling (wo PU rutschen würde)
  • Bauwesen, Maurerarbeiten, Gerüstbau (Griff von Steinen, Blöcken)
  • GaLaBau, Garten- und Landschaftsbau
  • Holzverarbeitung
  • Versand, Verladung, Hochregallager
  • Schwere Logistik

Trotz mittlerer Abriebfestigkeit ist Latex die richtige Wahl, wenn Griffsicherheit das wichtigste Kriterium ist. Sie rechnen mit häufigerem Wechsel, bekommen dafür Verlässlichkeit.

Empfohlenes Modell: X-Latos

X-Latos ist unser Bestseller im Bereich Latex-Handschuhe – Latex-Crinkle-Beschichtung, bewährt auf der Baustelle, im Lager und im Handwerk. EN 388 zertifiziert, in mehreren Größen verfügbar. Ab 0,54 € brutto pro Paar bei Karton-Mengen.

 

 

Entscheidungshilfe nach Branche

Lager & Logistik

Empfehlung: PU für Kommissionierung, Latex für Karton-Handling (wo Grip wichtiger ist als Verschleiß). Bei gemischten Aufgaben: zwei Modelle parallel.

 

Bau & Handwerk

Empfehlung: Latex für die meisten Arbeiten mit Fokus auf Griffsicherheit (Steine, Blöcke, Holz). Bei Öl- oder Mörtel-Kontakt: zusätzlich Nitril. Bei schwerem Abrieb: Nitril schlägt Latex.

 

KFZ-Werkstatt & Mechanik

Empfehlung: Glattes Nitril (X-Flex) als Standard. Foam-Nitril für besonders öl-intensive Arbeiten. Sandy-Nitril für extreme rutschige Aufgaben.

 

Montage & Industrie

Empfehlung: PU für feine Montage (kleine Bauteile), Foam-Nitril für gröbere Arbeiten. Beide Modelle ergänzen sich.

 

GaLaBau & Garten

Empfehlung: Latex für die meisten Außenarbeiten (Griff von Werkzeug, Holz, Stein). Bei Pflanzenschutzmittel-Kontakt: Nitril.

 

Handhabung kleiner Elektronikbauteile / Feinmontage

Empfehlung: PU, eindeutig. Maximale Tastempfindlichkeit, keine Rückstände am Werkstück.

 

 

EN 388 + Beschichtung – wie hängt das zusammen?

Die EN 388 Norm misst die mechanische Belastbarkeit eines Handschuhs in vier Kategorien: Abrieb, Schnitt, Reißkraft und Durchstich. Was die Norm jedoch nicht misst, ist der Grip auf nassen oder öligen Oberflächen, die Tastempfindlichkeit oder die Atmungsaktivität.

Das bedeutet: Zwei Handschuhe mit identischer EN 388 Bewertung können sich in der Praxis fundamental unterscheiden. Ein PU-Handschuh mit 4131X passt für Feinmontage und Handhabung kleiner Elektronikbauteile. Ein Latex-Handschuh mit derselben Bewertung wäre dort fehl am Platz – die dickere Beschichtung schränkt die Tastempfindlichkeit zu stark ein.

Wichtiger Hinweis: "Handhabung von Elektronikbauteilen" bedeutet in diesem Artikel manuelle Montage, Sortierung und Verpackung kleiner elektronischer Teile – nicht Arbeiten unter Spannung. Für Elektroarbeiten unter Spannung benötigen Sie Handschuhe mit EN 60903 Zertifizierung (elektrische Isolierung), die eine völlig andere Produktkategorie sind.

Die Beschichtung entscheidet darüber, für welche Arbeit der Handschuh geeignet ist. Die Norm sagt nur, wie robust er ist. Beide Informationen brauchen Sie – nicht nur eine davon.

 

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Beschichtung ist am haltbarsten?

Das hängt vom konkreten Modell ab, nicht vom Beschichtungstyp. Die EN 388 Norm bewertet jedes Modell einzeln – ein PU- oder Latex-Modell mit Abriebwert 4 kann genauso langlebig sein wie ein Nitril-Modell mit Wert 4. Schauen Sie immer auf die erste Ziffer der EN 388 des konkreten Modells, nicht auf den Beschichtungstyp. Statistisch erreichen Nitril-Modelle häufiger höhere Abriebwerte, aber ein gutes Latex- oder PU-Modell mit hoher EN 388 Bewertung kann ebenso belastbar sein.

 

Sind Latex-Handschuhe für Allergiker geeignet?

Nein. Naturlatex kann allergische Reaktionen auslösen, von leichten Hautirritationen bis hin zu schweren Symptomen. Wer eine bekannte Latex-Allergie hat oder vorsorgen möchte, sollte auf PU oder Nitril ausweichen – beide sind synthetisch und allergikerfreundlich.

 

PU oder Latex für die Handhabung kleiner Elektronikbauteile?

Eindeutig PU. Die dünne Beschichtung bietet die nötige Tastempfindlichkeit für kleine Bauteile. Latex hat eine zu dicke Beschichtung. Dünne Modelle mit glatter Nitril-Beschichtung (z. B. X-Flex) eignen sich ebenfalls gut für diesen Einsatzbereich – in der Praxis sind PU und dünnes, glattes Nitril hier austauschbar. Foam-Nitril ist für diesen Bereich weniger geeignet – die dickere Schaumstruktur reduziert die Tastempfindlichkeit.

 

Welche Beschichtung für nasse oder ölige Arbeiten?

Nitril – besonders Foam- oder Sandy-Nitril. Diese Beschichtungen behalten ihren Grip auch dann, wenn Öl, Fett oder Wasser im Spiel sind.

 

Welche Beschichtung hält Chemikalien stand?

Nitril hat unter den drei genannten die beste Chemikalienbeständigkeit – aber nicht gegen alle Stoffe. Bei Arbeit mit aggressiven Chemikalien immer das Sicherheitsdatenblatt und die EN ISO 374 Zertifizierung prüfen, nicht nur die Beschichtung.

 

Fazit – kurze Empfehlung

Wenn Sie nur einen Handschuh für unterschiedliche Aufgaben suchen, gibt es ihn nicht. Die drei Beschichtungen sind nicht austauschbar – sie sind für unterschiedliche Anwendungen gemacht.

 

 

Kurze Empfehlung aus der Praxis:

  • Für feine, trockene Arbeit: PU – beispielsweise X-Touch Black ab 0,42 € brutto
  • Für Werkstatt, Öl, vielseitige Anwendung: glattes Nitril – X-Flex als vielseitiger Handschuh für die meisten Aufgaben. Foam-Nitril, wenn maximaler Grip auf öligen Oberflächen wichtiger ist als Tastempfindlichkeit.
  • Für Karton, Bau, Grip: Latex – X-Latos ab 0,54 € brutto (trotz mittlerer Abriebfestigkeit der beste Grip der drei)

 

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